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06.07.2016

Sawiris: der Nichtgolfer mit den vielen Golfplätzen

Zwei Männer, die die Blicke der Welt nach Andermatt gelenkt haben, standen auch am 25. Juni in der 1.400-Seelen-Gemeinde im Scheinwerferlicht: Bernhard Russi, Abfahrtsolympiasieger von 1972 und gebürtiger Andermatter, und Samih Sawiris, ägyptischer Unternehmer, der den Tourismus im Urserntal seit einigen Jahren auf Vordermann bringt. Gefeiert wurde an jenem Frühsommertag in den Bergen die Eröffnung des 18-Loch-Golfplatzes. Sawiris, dessen Andermatt Swiss Alps AG die Anlage gebaut hat und betreibt, beschränkte sich auf eine kurze Begrüßung und den Hinweis, er werde wohl in die Rekordbücher eingehen „als der Mann, der die meisten Golfplätze hat bauen lassen, aber kein Golf spielte“. Damit reichte er das Mikrofon weiter an Russi, der sich als Präsident des Golfclubs Andermatt-Realp mit der Materie auskennt.

VIP-ERÖFFNUNGSRIEGE
Wie sehr, hatte Russi vormittags bewiesen. Die offizielle Eröffnung des Platzes erfolgte schweizerisch-demokratisch nicht durch das Spielen eines einzigen goldenen Balls, sondern gleich acht Prominente durften im Sekundentakt von den Abschlagboxen 1 und 10 Eröffnungsbälle in die Alpenluft schicken. Angeführt wurde die VIP-Eröffnungstruppe von der Innerschweizer Tour-Proette Fabienne In-Albon, nach ihr schlugen Schlagerstar Hansi Hinterseer, Alt-Bundesrat Adolf Ogi, Senior-Tour-Professional André Bossert sowie die Schneesport-Olympiasieger Pirmin Zurbriggen, Didier Défago, Tanja Frieden und Bernhard Russi ab. Dann war es endlich soweit: Der neue, von Kurt Rossknecht gestaltete Platz durfte erstmals bespielt werden. Auf der Premierenrunde verriet der Golfplatzarchitekt seinen Mitspielern, weshalb Loch 4 sein liebstes auf diesem Platz ist: „Ich mag diesen etwa eineinhalb Kubikmeter großen Findling, der mittig vor dem Grün liegt und eine ,hübsche Frisur‘ hat“, sagte er lachend und deutete auf den mit wenig Gras bewachsenen Stein hin. „Grün 4 ist der höchste Punkt des Platzes, hier ist man von großartiger Natur umgeben und die Aussicht ist atemberaubend“, so Rossknecht.

SCHWEIZER IM FUSSBALLFIEBER
Obwohl diese einzigartige Berglandschaft zu längerem Verweilen verführen könnte, war das Eröffnungsturnier flott unterwegs – einerseits war für den Nachmittag Regen vorhergesagt, andererseits stand um 15 Uhr das Fussball-EM-Achtelfinalspiel zwischen Polen und der Schweiz auf dem Programm. Dieses durfte Ogi als ehemaliger Schweizer Sportminister natürlich nicht verpassen. Er und sein Flight waren zwar rechtzeitig zurück, doch der große Bildschirm im modernen Clubhaus mit der großen Fensterfront war noch nicht in Betrieb. Zusammenrücken lautete deshalb die Devise – für die ersten Minuten der Partie stand nur ein Smartphone-Bildschirm zur Verfügung, den sich Ogi, „Bossy“, Russi sowie die beiden einstigen Abfahrts-Cracks Roland Collombin und Bruno Kernen teilen mussten. Turn-Olympiasieger Donghua Li bediente sich derweil lieber am kalten Buffet, das im „Chedi“-Style alles zu bieten hatte, was sich ein verwöhnter Gourmetgaumen wünschen kann.

TALENT AM TANZPARKETT
Fünf-Sterne-Luxus mit sportlichem Touch hat man sich bei Andermatt Swiss Alps auf die Fahnen geschrieben, und dieses Ziel am Eröffnungstag nicht nur auf dem Platz und im Clubhaus, sondern auch abends im „The Chedi Andermatt“ mehr als erfüllt: Gourmetküche in stilvoll-legerem Ambiente serviert und danach Party mit Open-End, bei der Gastgeber Samih Sawiris sein Rhythmusgefühl auf der Tanzfläche bewies. Bernhard Russi hielt Distanz – ihm fehle das Bewegungstalent, lehnte er Einladungen zum Tanzen ab.

Was noch zu erwähnen wäre: Golfmanager Patrick A. Widmer interessierte sich ganz besonders für den besten Einzelscore beim Eröffnungsturnier. Weshalb? Nun, die 72 Schläge von André Bossert bedeuten den ersten Platzrekord in Andermatt!

(von Mirjam Fassold)


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